Pädagogische Präsenz

Pädagogische Präsenz

Grundlage unserer  Arbeit stellt das Prinzip der Pädagogischen Präsenz als methodisches Modell dar.

 

H. Omer und A. v. Schlippe entwickelten basierend auf der Idee des gewaltfreien Widerstandes von Mahatma Ghandi und Martin Luther King ein Coaching für Eltern, welches helfen soll, dem gewalttätigen und selbstdestruktiven Verhalten ihrer Kinder nicht mehr hilflos gegenüberzustehen. Dazu zählen Verhaltensweisen wie Provokationen, Wutausbrüche, riskante und selbstzerstörerische Akte, Gewalt gegen andere, sich selbst und Gegenstände, Schulabbruch, Schulschwänzen.

 

 

Das Ziel

Das Ziel

Destruktives Verhalten eines Kindes oder Jugendlichen führt nicht nur bei Eltern, sondern auch bei PädagogInnen nicht selten zu Hilflosigkeit und dem Verlust der eigenen professionellen Präsenz. Ziel des Ansatzes von H. Omer und A. v. Schlippe ist der Aufbau oder die Wiederherstellung einer entwicklungsfördernden, guten Beziehung zwischen Kindern und Pädagogen. Die Autorität, die dadurch erreicht wird, basiert nicht auf Macht und Überlegenheit, sondern darauf, entschlossen für die Kinder „da“ zu sein, in ihrem Leben – wenn auch auf Zeit – präsent zu sein.

Das Modell

Das Modell

Das Modell der Pädagogischen Präsenz und des Gewaltlosen Widerstands in der Erziehung ist mehr eine Frage der inneren Haltung als einer Reihe verschiedenster Interventionen. Es soll dazu beitragen, die professionellen Pädagogen zu befähigen, dem destruktiven Verhalten der Kinder und Jugendlichen Grenzen zu setzen, ohne sich in eine Eskalation (Machtkampf) hinein ziehen zu lassen oder resignativ nachzugeben. Grundlegend ist der absolute Verzicht der Erwachsenen auf jede Form von Gewalt, Macht, Dominanz und Strafen. Dabei erkennt der Pädagoge vorbehaltlos an, dass er das Kind nicht vollständig kontrollieren kann und soll. Er erkennt aber auch an, dass er alles in seiner Kraft Stehende tun kann und darf, damit destruktive Verhaltensweisen nicht mehr auftreten.

Grundhaltungen

Grundhaltungen

Eine der Grundhaltungen des gewaltlosen Widerstandes besteht in der ausdrücklichen Trennung von Person und Verhalten, der Widerstand richtet sich gegen ein bestimmtes Verhalten.

Mit Hilfe begleitender  Beziehungsgesten wird das Kind als Person und Persönlichkeit wertgeschätzt. Von klassischen Belohnungen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie - unabhängig von einem bestimmten Verhalten des Kindes - ausschließlich aus dem inneren Bedürfnis des Erwachsenen heraus erfolgen, dem Kind zu zeigen, wie wichtig es ihm ist. Das können Lieblingsspeisen, kleine Geschenke, gemeinsame Aktivitäten oder Reparaturen an Gegenständen sein, die das Kind zerstört hat.

Gewaltloser Widerstand

Gewaltloser Widerstand

Gewaltloser Widerstand vermittelt den betroffenen Kindern und Jugendlichen eine Botschaft von Ausdauer:

  • Wir sind für dich da
  • Wir bleiben da
  • Wir können dich nicht verändern, sondern nur uns und unser Verhalten
  • Bist du nicht bereit, dein Verhalten zu ändern, werden wir alles tun, um zu verhindern, dass der Machtmissbrauch weitergeht
  • Ich kämpfe um dich und meine Beziehung zu dir – nicht gegen dich

Der Fokus der Veränderungen

Der Fokus der Veränderung

Der Fokus der Veränderung liegt in erster Linie auf den Pädagogen selbst, im Unterschied zu verschiedenen anderen Erziehungskonzepten, die eine unmittelbare Verhaltensänderung auf Seiten der Kinder „erwarten“.

Zusammen wirken

Zusammen wirken

Gewaltloser Widerstand gegen ein konkretes destruktives Verhalten wirkt umso kraftvoller, je mehr er durch Unterstützer von außen mitgetragen wird. Es werden daher möglichst viele relevante Menschen informiert und eingeladen, den Widerstand der Pädagogen zu begleiten und zu unterstützen.

 

Ein afrikanisches Sprichwort besagt „Um ein Kind zu erziehen, bedarf es eines ganzen Dorfes“. Aus diesem Grund  erfolgte die Schulung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um das Modell der Pädagogischen Präsenz und des gewaltfreien Widerstands, seine Grundhaltungen und Methoden mit allen in der Einrichtung mittragen zu können.

Literatur

Literatur

  • Omer, H. / v. Schlippe, A.: Autorität ohne Gewalt, 2002
  • Omer, H. / v. Schlippe, A.: Autorität durch Beziehung, 2004
  • Omer, H. / Alon / v. Schlippe, A.: Feindbilder – Psychologie der Dämonisierung, 2007

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